KUFSTEINER BABY- und KLEINKIND-EMPFÄNGE

Seit 2011 lädt die Stadtgemeinde Kufstein jedes Jahr zu einem Baby- und einem Kleinkind­-Empfang ein. Vor kurzem erhielt wieder jedes Kufsteiner Kind seine Lese.Start-Tasche mit einem altersgerechten Bilderbuch, einem Lesemaus-Fingerpüppchen und Infos über das Vorlesen mit Kindern.

Ziel ist es, den Kufsteiner Familien schon früh die lebensentscheidende Bedeutung von guten Sprach-, Lese- und Schreib-Kenntnissen bewusst zu machen.

DieInitiatorin, Kinderbuchautorin Brigitte Weninger, betonte die positive Wirkung des Vorlesens in den Familien, und dankte den Mit-Sponsoren Stadtwerke, Rotary Club und Raiffeisen Kufstein für ihre tatkräftige Unterstützung.

Bürgermeister Martin Krumschnabel unterstrich den hohen Stellenwert von Kindern und Familien in der Stadt: „Wir wollen in Kufstein alles so gestalten, dass unsere Kinder eine gute Zukunft haben. Dafür investieren wir in den nächsten Jahren über 20 Millionen Euro.“  Familien-Stadträtin Brigitta Klein nutzte die Empfänge auch, um Tobias Muster, den neuen Kinder- und Jugend-Bereichsleiter der Stadtgemeinde vorzustellen.

Nach dem Verteilen der Lese.Start-Taschen blieb für Kinder und Eltern noch Zeit zum Spielen und Austauschen und eine gesunde Jause. Zusätzlich informierten die Kufsteiner Kinderkrippen und Betreuungseinrichtungen über ihre breitgefächerten Angebote, und boten Spielecken für die kleinen Gäste an.

Die eingeladenen Familien, die nicht beim Empfang waren, können ihre Lese.Start-Taschen noch bis Jahresende im Kufsteiner Rathaus oder in der Buchhandlung weningers fein.kost abholen, die auch als Literacyzentrum fungiert. Dort werden neben ausgewählt guten Kinderbüchern regelmäßig Spiel-Lesungen für Kleinkinder und Familien, sowie Workshops für Nicht-Gern-LeserInnen ab 8 Jahren, Eltern, Pädagogen und Bibliothekare angeboten.

„ECHTE KERLE LESEN (NICHT)!“

undercover

In allen Ländern der Welt schneiden Jungen bei der Lesekompetenz deutlich schlechter ab als Mädchen. Unter den besonders schwachen Schülern sind 2/3 Jungen, und 50 % der 15jährigen lesen nur unter Zwang.

Im Bereich Naturwissenschaft und Mathematik sind dagegen kaum Gender-Unterschiede nachweisbar. Da es keine hirnphysiologische oder genetische Erklärung dafür gibt, scheinen die Literacy-Probleme eher durch frühe soziale Prägung zu entstehen – und das bedeutet, dass wir sie lösen können!

Die Ursachen sind relativ klar: Weil Kinder heutzutage überwiegend von Frauen aufgezogen werden, haben sie kaum männliche Lese-Vorbilder – echte Kerle tun ganz andere Dinge!

Dazu haben Bücher und Zeitschriften im Kinderzimmer mächtige Medien-Konkurrenz bekommen. So lesen Jungen nach der 1. Klasse nicht mehr automatisch weiter sondern greifen lieber zu Nintendo, Handy & Co – die einfachere Unterhaltung versprechen.

Außerdem versteht kaum ein Junge/Jugendlicher, WARUM er gut, lesen, schreiben, sprechen, kommunizieren können soll – und die Erwachsenen halten die Pro-Gründe für derart selbst-verständlich, dass sie diese nicht explizit vermitteln! So bleibt die Literacy-Motivation gering. Dabei sind Jugendliche und Männer ohne gute Schul- und Berufs-Ausbildung gesellschafts-politischer Sprengstoff! Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um möglichst viele ins richtige Boot zu bringen! Aber dieses lese-ferne Publikum findet nicht von selbst den Weg in die Bibliotheken…

L E S E . R E Z E P T E mit denen es (vielleicht) gelingt:

  • Für Jungen bis 10 Jahren:
  • Regelmäßig männliche Vorleser wie Väter/Großväter/ Helden einladen!!
  • Gänsehaut-Lesungen mit Gruselfaktor in dunkler Bibliothek anbieten
  • Schatzsuche im Wald vorschlagen und Buch-Verstecke ausgraben
  • Coole Fußballplatz-/ Ritterburg-/ Go-Cart-Hallen-Lesungen. Viel TUN!
  • Werken/Basteln mit Vater/Großvätern in der Bibliothek – Anleitungen lesen

 

  • Jugendliche 11-18
  • Gänsehaut-Storys an ungewöhnlichen Plätzen lesen (z.B. abends im Schlosshof)
  • Book-Slams – spannende Buch-Auszüge mitreißend präsentieren
  • „Flaschenpost in die Zukunft“ schreiben, in Flasche versiegeln, vergraben
  • Coole Lese-Fotos an Bibliothek posten
  • Buch lesen und Kürzest-Rezension Twittern oder SMS-en
  • Buch-Trailer mit Smartphone filmen und hochladen (Video)

 

  • Männer ab 18
  • WEIN-LESE oder BIER-POESIE – samt Verkostung und passenden Geschichten
  • Wald-/ Jagd-/ Alm-/ Holzfäller-/ Survival-Geschichten an passenden Orten
  • Bergsteiger-Literatur in der Kletterhalle vorlesen (lassen)
  • „Vereins-Bibliotheken“ anlegen (Obst- & Gartenbau, Imkerei, Jagd, Auto… Vorträge und Treffen dazu anbieten!)
  • Zeit-Zeugen gesucht! Wie es früher mal war – mit Moderation und 5min-Redezeit-Limit
  • Pasta-Werkstatt! – Nudeln mit Baumarkt-Werkzeug (Markus Holzer oder Selbst-Versuch)

Ich wünsche viel Freude und Erfolg bei der Umsetzung!

Weitere Impulse & Projekt-Ideen und Veranstaltungen bei Tom Weninger, zentrum•literacy tirol kontakt@feinkost-weninger.at