Das Programm im April

Endlich ist der Frühling da! Freut euch aufs herzerwärmende feinkost.kultur-Programm und verheißungsvolle Frühjahrs-Neuerscheinungen in den Buch-, Vinyl- & Film-Regalen, und schaut gern jederzeit auf einen Kaffee und einen Ratscher vorbei!

Euer feinkost.kultur & LITERACY••• Team Tom & Brigitte

April.Programm.Quickie

  • Mo., 06. Mai | Anmeldungen zum PATSCHEN.KINO „Grüner wird´s nicht“ bereits jetzt möglich
  • TIPP: Do., 18. April, 20.00 Uhr | Shane O´Ferghail & Band im Vitus & Urban

Vorschau: Mai.Patschen.Kino

Mo., 06. Mai um 20.00 Uhr im feinkost-Wohnzimmer
„Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon (D, 2018)


Schorsch (Elmar Wepper), bayerischer Kleinstadt-Gärtner, hat´s nicht leicht: Trotz harter Arbeit ist das Geld ständig knapp, Frau, Tochter und Bank sitzen ihm mit Forderungen im Nacken. Als dem Golfplatz-Chef der Grün-Ton des neuverlegten Rasens missfällt, reicht es – und Schorsch hebt mit seinem alten Propellerflugzeug ab. Auf seiner Reise an immer neue Orte öffnet Schorsch allmählich wieder sein Herz für das Leben… Humorvoll-berührende Komödie über kleines und großes GLÜCK …

Einlass & feinkoster ab 19 Uhr;  EINTRITT FREI williger Kultur.Beitrag

Event-Tip im APRIL:

LIVE on STAGE - SHANE O'FEARGHAIL

Do., 18.04. um 20.00 Uhr im arte Hotel, Vitus & Urban

Der humorvolle irische SingerSongwriter Shane O´Fearghail lädt vor der großen glück.tage-Party am Fr., 24. Mai um 22.00 Uhr zur „Generalprobe“ ein – wer dabei sein will, kommt zu Vitus & Urban. Eintritt: EIN LÄCHELN! Front-Stage-Tickets + kulinarscher Genuss buchbar!

Vorschau auf das feinkost.kultur & glück.tage-Festival

  • Mo., 06.Mai
    PATSCHEN.KINO.Film „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner…“
  • Mi., 22.Mai
    Lebensmittel-Punkt, KINO.GLÜCK „Die Frau auf der Brücke“
  • Do., 23.Mai
    Festspielhaus Erl, Hirnforscher Gerald HÜTHER „Würde“
  • Fr., 24.Mai
    Thiersee, Gabriele NEDOMA „Uralte Honig-Medizin“
  • Fr., 24. Mai
    Glas Riedel, Nina SCHMID, „Glück-Workshop“
  • Fr., 24. Mai
    Kultur Quartier Kufstein, TV-Astrophysiker Harald LESCH „Leben…“
  • Sa., 25. Mai
    Thiersee, Gabriele NEDOMA „Baum & Wald-Medizin“
  • Sa., 25. Mai
    Passionsspielhaus Thiersee, Adele NEUHAUSER „Loslassen & Weitergehen“

Wir wünschen euch noch einen rundum schönen April
und freuen uns auf das Wiedersehen mit euch!

Von Herzen – Tom & Brigitte

MINTasie©

Nichts ist so phantastisch wie die Realität.

Sommer 2018: Annette und ich waren bei einem MINT-Meeting im Büro des Österreichischen Bibliothekswerks. Nun sitzen wir wieder im Zug und blättern unschlüssig in den Broschüren die wir mitgenommen haben – herausgegeben vom Haus der kleinen Forscher, Stiftung Lesen, Deutscher Handelskammer, Stiftung Telekom und etlichen mehr.

Die Grundidee,
MINT-Kompetenzen in Mathematik, Naturwissenschaft, Information/Informatik und
Technik mit LITERACY-Kompetenzen wie Sprechen, Lesen, Schreiben, und
Medienzugang zu verknüpfen, ist zweifellos gut und sinnvoll. Uns ist auch klar,
dass MINT-Angebote mehr interessierte Jungs und Väter in Bibliotheken und
Buchhandlungen bringen könnten.

Aber als erfahrene
Fortbildungs-Leiterinnen ahnen wir auch, dass etliche unserer verdienten,
ehrenamtlichen BibliothekarInnen vor dieser neuen Herausforderung
zurückschrecken werden.

Zu recht – denn wir
altgedienten Kindergartenpädagoginnen zweifeln ja selber noch an der
Durchführbarkeit dieser Programme. Die gesamte MINT-Materie scheint uns recht
kühl, glatt und technisch, kopfgesteuert und wissensorientiert; die meisten
dargestellten Experimente sind ziemlich aufwendig.

WIE
soll man eine MINT-Einheit mit einem bunten Haufen quietschlebendiger Kinder
unterschiedlichen Alters durchführen? WO sollen kleine Bibliotheken den nötigen
Platz dafür hernehmen? WER soll vorbereiten, anbieten und aufräumen; wer zahlt
das Material?

So viele Hürden…

„Und wo bleiben die
FANTASIE und die schönen Geschichten?“, fragt Annette. „Wo bleibt der Spaß am
Spielen und Entdecken, der Kinder zum Weiterlesen verlocken soll?“

„Man müsste MINT und Geschichten irgendwie
zusammenkriegen…“ überlege ich.

„Genau“, meint
Annette. „Statt MINT- und Literacy-Kompetenz brauchen wir: MINTasie!“

ZACK! BOING! JUBEL!
Dieses Wort ist der Funke, der das bunte Ideenfeuerwerk in unseren Köpfen
wieder entzünden kann.

Zack! Boing! Jubel!

Noch auf der Fahrt entstehen die ersten Ideen für MINTasie-Fortbildungen und nieder-schwellige MINTasie-Lesungen für schlaue Kinder von 4-10 Jahren, die auch  in kleinen Bibliotheken funktionieren müssten.

Wir sehen bereits
MINTasie-Tische vor uns – mit fantasievollen Bilderbüchern, informativen
Sachbüchern, motivierenden Geschichten zum Vor- und Selber-Lesen, mit DVDs und
interessanten Internet-Links für noch mehr Information.

Zuhause angekommen
rufen wir Reinhard Ehgartner an und beichten ihm, dass wir uns für Österreich
eine eigenständige MINT-Initiative wünschen würden, die weniger stark auf
Wissen und Technik, sondern mehr auf spielerisch-kreativer Freude und
fantasievollen Geschichten basiert: MINTasie eben. Vielleicht könnte das sogar
eine eigene Marke für die heimischen Bibliotheken werden, bevor eine
gewerbliche Agentur den sinn-vollen Begriff schützen lässt?

Reinhard
verspricht, sich schlau zu machen – und Annette und ich kümmern uns gleich um
die ersten MINTasie-Lesungen und -Fortbildungen für Bibliothekar- und
PädagogInnen.

MINTastische Bilderbücher

Das Bilderbuch „Der Kartoffelkönig“ (Jacoby & Stuart) lädt nicht nur zum braven
Kartoffel-Druck sondern auch zu einfachen Versuchen ein. Was passiert, wenn man
Kartoffelmehl mit kaltem, lauwarmem oder heißem Wasser vermengt? Der „Coole
Geisterschleim“ ist ein Hit – jeder darf eine Handvoll mit heimnehmen.
SchülerInnen raten im Kartoffelquiz, ob „Die rote Zora“ ein Buchtitel oder eine
Kartoffelsorte ist; andere bringen Kartoffeln durch „Zauberwasser“ zum Sinken
oder Schwimmen. Was ist da wohl drin?

„Vielleicht“ (Mixtvision) ist weit mehr als eine Einführung in die mathematisch-geometrische Formenwelt – das Bilderbuch entpuppt sich als wundersame Schöpfungsgeschichte. Danach legen die Kinder Menschen, Tiere und Dinge aus Kreis, Dreieck und Quadrat und diskutieren über Fragen wie: Was wäre, wenn alles auf der Welt aus kleinsten Einzelteilen bestünde? Es gibt doch Zellen und Atome! Aber was hält all diese Teile zusammen? „Die Liebe“, meinte eine Siebenjährige und rührte damit den Regisseur Markus Plattner so sehr, dass er „Vielleicht“ in ein Adhoc-Theaterstück für Kinder umwandelte.

„Otto findet was“ (NordSüd) führt zum gemeinschaftlichen Bau einer Eier-Flugmaschine aus Bratfolie, Plastik-Becher, Schnur und Osterei. Heiße Föhn-Luft trägt den Ballon durch den Raum, und die Landung ist so sanft, dass das Ei nicht zerbricht.

Torben Kuhlmanns „Lindbergh“ (NordSüd) führt zu einer langen Versuchsreihe mit Papier-Flugzeugen im Pfarrsaal, von der besonders die Väter nicht genug bekommen können, während ihre Kinder sich schon mit Kuhlmanns „Armstrong“ in den Weltraum träumen.

Der spaßige „Streik der Farben“ (NordSüd) mündet bei den SchülerInnen in eine kunterbunte Beschwerdebrief-Schreibwerkstatt; die Kleinen hingegen entdecken, dass sich schwarzer Marker in mehrere Farb-Bestandteile trennen lässt. Und warum werden mit Tinte getränkte Zuckerwürfel in einem Teller voll Wasser zu feenbunten Sternen?


Annette Wachinger und Brigitte Weninger

MINTasie stellt weniger die mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Informationen in den Mittelpunkt, sondern fordert Kinder auch zum Kreativ-Sein, zum Sinnen, Fabulieren und Träumen auf.

Es geht uns weniger darum,
unter Labor-Bedingungen etwas mit Kindern zu TUN, was dann zu einem bestimmten
Ergebnis oder Lernschritt führt, sondern Material vorzubereiten und sie einfach
mal zu LASSEN. Das führt oft zu verblüffenden Lösungs- und
Deutungsmöglichkeiten, die man so niemals erwartet hätte.

Erwachsene neigen
sehr dazu, die Dinge „richtig“ zu machen und Hinweise und Beispiele geben zu
wollen – und nehmen damit den Kindern die zutiefst beglückenden und stärkenden
„ICH HAB´S!“-Momente.

Bibliotheken schenken Zeit und Raum

Ich
denke, dass es schon immer die besondere Qualität von Bibliotheken war,
Menschen die nötige Zeit und den Raum zu geben, um wichtige Fragen stellen und
individuelle Antworten aus den Erkenntnissen anderer Sucher und Denker
zusammenstellen zu können.  Das sollte auch so bleiben.

Wenn wir die
Kindersehnsucht nach fantasievollen Geschichten erfüllen und ihre angeborene
Neugier wachkitzeln können, und zusätzlich noch Versuchsmaterial, Bücher und
Medien zur Verfügung stellen – dann haben wir einen überaus wertvollen Beitrag
zur Bildung geleistet.

Mit
Freude, Entdeckerlust und MINTasie!