SCHREIBEN IN DER STADT

Wie? SCHREIBEN? In den FERIEN?!? Was für die einen undenkbar scheint, ist für andere pures Vergnügen. So gab es auch 2018 wieder neun Anmeldungen für den einwöchigen KIK-Sommer.Schreib.Club (KIK = Kreativakademie In Kufstein für junge Menschen von 6-18 Jahren). Nach den außergewöhnlich guten Texten des Vorsommers lag die Latte enorm hoch.Aber Emma, Sara, Amelie, Sophia, Simona, Viktoria, Jaqueline, Valerie und Elisabeth schraubten das Level noch höher.

Ohne erkennbare Mühe boten sie Tag für Tag neue Spitzen-Texte:

  • Steckbriefe, Sommer-Glück.Listen und daraus resultierende Gedichte,
  • Fantasie-Käfige, schräge Schreib.Regeln oder WWW.Raster,
  • Spionage-Aufträge Weltraum-Abenteuer und Eltern-Einladungen,
  • Natur-Reportagen, Farb-Erfindungen; Figuren-Back-Stories;
  • Reise-Sehnsüchte; Erinnerungen oder Moment-Aufnahmen mit allen Sinnen…
  • die junge Autorinnen wussten einfach alles in Worte zu fassen!

Wir waren kreuz und quer in der Stadt und in Einkaufszentren unterwegs;

  • beobachteten andere Kreativ-Workshops bei ihrer Arbeit„
  • meditierten“ immer wieder mit dem Stift in der Hand
  • und nahmen jeden Augenblick aufmerksam wahr.

Überdies feilten wir täglich neu an unserer Bühnen-Präsenz. 

Denn wer professionell schreibt, sollte auch vorlesen und authentisch auftreten können! Es tut gut, wenn man mikrofonunterstützt auf einem Podium sprechen und überzeugen kann. So gipfelte die Schreib.Woche in einem LESE.BÜHNE-Event für Eltern, FreundInnen und Verwandte. Dabei stellten die Young.Writers ihre Lieblings-Texte vor, und dürfen nun verdient den Titel „AUTORIN“ führen. Wir sind stolz und dankbar, dass wir diese jungen Menschen eine Woche lang coachen durften, und freuen uns auf eine Wiedersehen! Vielleicht bei der „Young Writers“-LESE.BÜHNE“ im Oktober? Wir berichten!

„ECHTE KERLE LESEN (NICHT)!“

undercover

In allen Ländern der Welt schneiden Jungen bei der Lesekompetenz deutlich schlechter ab als Mädchen. Unter den besonders schwachen Schülern sind 2/3 Jungen, und 50 % der 15jährigen lesen nur unter Zwang.

Im Bereich Naturwissenschaft und Mathematik sind dagegen kaum Gender-Unterschiede nachweisbar. Da es keine hirnphysiologische oder genetische Erklärung dafür gibt, scheinen die Literacy-Probleme eher durch frühe soziale Prägung zu entstehen – und das bedeutet, dass wir sie lösen können!

Die Ursachen sind relativ klar: Weil Kinder heutzutage überwiegend von Frauen aufgezogen werden, haben sie kaum männliche Lese-Vorbilder – echte Kerle tun ganz andere Dinge!

Dazu haben Bücher und Zeitschriften im Kinderzimmer mächtige Medien-Konkurrenz bekommen. So lesen Jungen nach der 1. Klasse nicht mehr automatisch weiter sondern greifen lieber zu Nintendo, Handy & Co – die einfachere Unterhaltung versprechen.

Außerdem versteht kaum ein Junge/Jugendlicher, WARUM er gut, lesen, schreiben, sprechen, kommunizieren können soll – und die Erwachsenen halten die Pro-Gründe für derart selbst-verständlich, dass sie diese nicht explizit vermitteln! So bleibt die Literacy-Motivation gering. Dabei sind Jugendliche und Männer ohne gute Schul- und Berufs-Ausbildung gesellschafts-politischer Sprengstoff! Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um möglichst viele ins richtige Boot zu bringen! Aber dieses lese-ferne Publikum findet nicht von selbst den Weg in die Bibliotheken…

L E S E . R E Z E P T E mit denen es (vielleicht) gelingt:

  • Für Jungen bis 10 Jahren:
  • Regelmäßig männliche Vorleser wie Väter/Großväter/ Helden einladen!!
  • Gänsehaut-Lesungen mit Gruselfaktor in dunkler Bibliothek anbieten
  • Schatzsuche im Wald vorschlagen und Buch-Verstecke ausgraben
  • Coole Fußballplatz-/ Ritterburg-/ Go-Cart-Hallen-Lesungen. Viel TUN!
  • Werken/Basteln mit Vater/Großvätern in der Bibliothek – Anleitungen lesen

 

  • Jugendliche 11-18
  • Gänsehaut-Storys an ungewöhnlichen Plätzen lesen (z.B. abends im Schlosshof)
  • Book-Slams – spannende Buch-Auszüge mitreißend präsentieren
  • „Flaschenpost in die Zukunft“ schreiben, in Flasche versiegeln, vergraben
  • Coole Lese-Fotos an Bibliothek posten
  • Buch lesen und Kürzest-Rezension Twittern oder SMS-en
  • Buch-Trailer mit Smartphone filmen und hochladen (Video)

 

  • Männer ab 18
  • WEIN-LESE oder BIER-POESIE – samt Verkostung und passenden Geschichten
  • Wald-/ Jagd-/ Alm-/ Holzfäller-/ Survival-Geschichten an passenden Orten
  • Bergsteiger-Literatur in der Kletterhalle vorlesen (lassen)
  • „Vereins-Bibliotheken“ anlegen (Obst- & Gartenbau, Imkerei, Jagd, Auto… Vorträge und Treffen dazu anbieten!)
  • Zeit-Zeugen gesucht! Wie es früher mal war – mit Moderation und 5min-Redezeit-Limit
  • Pasta-Werkstatt! – Nudeln mit Baumarkt-Werkzeug (Markus Holzer oder Selbst-Versuch)

Ich wünsche viel Freude und Erfolg bei der Umsetzung!

Weitere Impulse & Projekt-Ideen und Veranstaltungen bei Tom Weninger, zentrum•literacy tirol kontakt@feinkost-weninger.at